Im Gebirgsdorf Hackelsdorf/Herlíkovice wohnten seit der Rekatholisierung keine evangelischen Christen, das änderte sich auch nicht nach dem Toleranzpatent von 1781, sondern erst um die Wende zum 20. Jahrhundert, als durch die politisch-nationale Bewegung "Los von Rom" viele Bewohner der deutschen Gemeinden unter der Losung "Wer Deutscher ist, ist Lutheraner" zur evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses übertraten. Zur führenden Persönlichkeit dieser Bewegung wurde der Gastwirt und später Bürgermeister in Hackelsdorf Franz Erben. Schnell stieg die Zahl der Evangelischen in der Gemeinde von null auf fünfzehn Prozent. Für sie wurde am 13. Oktober 1901 eine Predigtstation der Gemeinde Hermannseifen (jetzt Rudník) eingerichtet.
Die neugebackenen Evangelischen entschlossen sich in der Euphorie des Neuanfangs zum Bau einer eigenen Kirche. Das Projekt dafür haben wahrscheinlich die sächsischen Architekten Schilling und Gräbner ausgearbeitet, die in dieser Zeit im Riesengebirge auch eine evangelische Kirche in Langenau/Lánov und ein Gemeindehaus in Hohenelbe/Vrchlabí projektierten. Den Bau führten die vereinigten Firmen Hollmann und Krause aus Hohenelbe/Vrchlabí durch. Die Kirche wurde am 2. Juni 1904 feierlich eingeweiht. Ohne die Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes wäre das allerdings nicht möglich gewesen. Seit 1910 verkündeten in ihr die Vikare von Hohenelbe/Vrchlabí Gottes Wort. Als die Gemeinde Hohenelbe selbständig wurde und Hackelsdorf/Herlíkovice ihre Predigtstation, kamen die Pfarrer hierher.
Mit den evangelischen Christen von Hohenelbe teilten die Hackelsdorfer auch weiter ihr Schicksal. Im Jahr 1918 gründeten die deutschen Protestanten ihre eigene Kirche A. B. Diese hat mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945-46 aufgehört zu existieren. Objekte, die ihr früher gehörten, übernahm vor allem die Tschechoslowakisch-Hussitische Kirche, einen kleineren Teil dann die Evagelische Kirche der Böhmischen Brüder. Für das Kirchlein in Herlíkovice, das keine selbständige Gemeinde mehr war und welches aufgeteilt wurde zwischen Vrchlabí und Strážné, hegte keine Kirche Interesse. Ihre Verwaltung hat schließlich die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder übernommen, genauer ihre Kirchenleitung, die in unmittelbarer Nachbarschaft ihr Erholungs- und Seminarzentrum Horský domov ("Bergheim") aufbaute. Das Kirchgebäude allerdings litt unter den rauhen klimatischen Bedingungen, die die Architekten nicht bedacht hatten, Vandalismus blieb nicht aus.
Ihr Zustand verschlechterte sich unaufhörlich, so musste in den 80er Jahren eine Generalreparatur vorgenommen werden. Projektiert hat diese der Architekt Jiří Veselý, ausgeführt wurde sie von seiner Frau Barbora. Ganz und gar neugeschaffen wurde die Innenausstattung, mit einem ansteigenden Fußboden, Bänken, Altar und Kanzel. Es gelang ausgezeichnet, diese Neuausstattung mit dem Sezessionsstil der Kirche in Übereinstimmung zu bringen.
Barbora Veselá ergänzte ein kunstvolles Glasfenster über dem Eingang und einen Zyklus von acht Bildern, das Vaterunser, auf den Fensterläden des Andachtsraums im Turm.Der größte Teil der Arbeiten wurde im Jahr 1986 ausgeführt, die Handwerker setzten sie in der Folgezeit fort, die Reparaturen dauern auch weiterhin an. Die Kirche dient gelegentlich den Gästen des Erholungszentrums zu Gottesdiensten und von Zeit zu Zeit als Konzertsaal.
Správce : Eva Jindřišková
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